“Die Oberfläche hat einen Versuch, verständlich zu sein. Wer sie braucht, steht bereits vor dem Raum.”
Das Problem
Co-Creation ist der Weg, wie grosse Organisationen Kundschaft, Partner und Mitarbeitende in denselben Raum holen und mit etwas Baubarem wieder herauskommen. Der Engpass ist nie die Begeisterung, sondern die Moderation: zu wissen, zu welcher Methode man greift, wie lange sie dauert, was man den Leuten in die Hand gibt und was zu tun ist, wenn der Raum stockt. Dieses Wissen braucht Jahre und steckt in wenigen Köpfen.
mokojam ist Candos eigenes Venture und beginnt mit einer klaren Wette: dass sich diese Erfahrung verpacken lässt. Das Team dahinter sind Coaches und Moderierende, die 15+ Jahre Sessions für Top-500-Unternehmen durchgeführt haben; das Rohmaterial war also da. Daraus ein Produkt zu machen ist zuerst ein Design- und erst dann ein Softwareproblem. Hunderte Methoden aus Design Thinking, User Centred Design und agiler Entwicklung müssen zu einer Bibliothek destilliert werden, aus der man wirklich auswählen kann, und das Werkzeug, das sie zusammensetzt, muss einer nervösen Ersttäterin und einer erfahrenen Moderatorin gleichzeitig dienen, ohne eine der beiden zu bremsen.
Was das Produkt tragen muss
Der Umfang ist für ein einzelnes Interaktionssystem ungewöhnlich breit, weil das Produkt einen Workshop von der Planung bis in den Raum begleitet.
- 1
Eine Methodenbibliothek, aus Hunderten destilliert, in der jede Methode ihre eigene Schritt-für-Schritt-Anleitung, Timings, Nutzen, Moderationstipps, Materiallisten und Druckvorlagen mitbringt.
- 2
Rezepte: bewährte Methodenkombinationen für eine wiederkehrende Herausforderung, abgestuft nach Erfahrungsgrad von Einsteiger über Trainer bis Expertin, skaliert von der einstündigen Ideation bis zum mehrtägigen Design Sprint.
- 3
Ein Workshop-Planer, in den man Methoden in eine Agenda zieht, während Zeitstrahl und Gesamtdauer sich selbst zusammensetzen, mehrtägige Sprints inklusive.
- 4
Automatische Erzeugung der passenden Boards in Miro, Mural und Co., damit Plan und Canvas nie auseinanderlaufen.
- 5
Interaktive Apps, die in Miro leben statt daneben: ein Sticky-Note-Drucker, ein Sticky-Note-Scanner, eine Wichtig/Schwierig-Matrix, ein Präsentationsmodus.
Die Einschränkung, die das System geformt hat
Zwei Zielgruppen, eine Oberfläche, und keine Zeit zum Lesen.
Eine Einsteigerin braucht die Methode genau in dem Moment erklärt, in dem sie sie anwendet. Eine Expertin braucht dieselbe Erklärung aus dem Weg. Beide schauen mitten in der Session auf den Bildschirm, während ein Raum wartet, was den üblichen Ausweg ausschliesst, die Tiefe hinter einer Hilfeseite zu verstecken.
Warum es nicht beim Bildschirm aufhört
Hybrid war der Teil, der das Design über ein normales Webprodukt hinausschob. Ein Workshop, bei dem der halbe Raum physisch und der halbe remote ist, bricht jede Co-Creation-Methode, die eine gemeinsame Oberfläche voraussetzt. Also schloss mokojam den Kreis in Hardware: ein Drucker, der Miros Sticky Notes auf echte Haftzettel druckt, und ein Live-Kamerabild, das Farbe, Objekt und Text der Zettel an einer physischen Wand erkennt und zurück ins Board schreibt.
Damit musste das Interaktionssystem über drei Oberflächen zusammenhalten, die keine eigene gemeinsame Designsprache haben: eine Web-App, Apps eingebettet im Canvas eines anderen Anbieters, und ein physischer Raum mit Druckern und Material darin. Genau diese Konsistenz macht aus dem Produkt eine Sache statt eines Bündels.
Mein Beitrag
- Produkt- und Interaction Design als alleiniger Design-Owner geführt.
- Die zentralen Interaktionsmuster und das wiederverwendbare Komponenten-Set etabliert, auf denen das Produkt aufbaut.
- Die Flows priorisiert, die am meisten Gewicht tragen, und die Reibung aus dem alltäglichen Weg genommen.
- Die Muster dokumentiert, damit neue Features sich ins System einfügen statt dagegen zu arbeiten, und das entscheidet, ob ein System sein zweites Jahr überlebt.
- Regie und Schnitt des Launch-Trailers, der mit dem Best-of-Swiss-Web-Beitrag eingereicht wurde.
Wohin es ging
mokojam gewann an den Best of Swiss Web Awards 2023 Silber für Innovation und Bronze für Kreativität wie Produktivität.
Danach wurde es als massgeschneiderte, white-labelbare Toolbox in grossen Organisationen ausgerollt. Der Head of Co-Creation von UBS Wealth Management berichtet von über 110 Projekten und 680 begleiteten Stakeholdern über die angepasste Toolbox; das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) nutzte sie, um die UX-Reife über 240 SAFe-Teammitglieder in einem der grössten Digitalisierungsprogramme des Bundes zu heben. mokojams eigene Zahl für die Plattform: über 1'700 geplante und durchgeführte Sessions.
Geschütztes Material
Die Methodenbibliothek, der Workshop-Planer und das Design System darunter.
mokojam ist ein laufendes kommerzielles Produkt, das Interface bleibt deshalb von der öffentlichen Seite fern.
Geschützte Fassung öffnen →Die Zugangsdaten liegen meiner Bewerbung bei, oder fragen Sie mich.
Ergebnis
Silber + 2×Bronze
Best of Swiss Web 2023: Innovation, Kreativität, Produktivität
680
Stakeholder in über 110 Projekten auf der Toolbox von UBS Wealth Management
1'700+
geplante und durchgeführte Sessions auf der Plattform, laut mokojam
mokojam gewann an den Best of Swiss Web Awards 2023 Silber (Innovation) und Bronze (Kreativität und Produktivität) und wurde als massgeschneiderte, white-labelbare Toolbox in grossen Unternehmen ausgerollt, darunter UBS Wealth Management und das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit.